| Konzernleitung |
13.05.2026 17:50:06
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Adecco-Aktie bricht wegen enttäuschender Gewinndynamik zweistellig ein: Wachstum im Startquartal
Der Personaldienstleister Adecco ist im Startquartal 2026 organisch klar gewachsen.
Die Bruttomarge lag mit 18,8 Prozent allerdings klar unter dem Vorjahreswert von 19,4 Prozent. Laut dem Unternehmen war dafür ein negativer Mixeffekt verantwortlich. Der operative bereinigte Gewinn auf Stufe EBITA stieg hingegen deutlich um 12 Prozent auf 148 Millionen Euro.
Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 69 Millionen Euro und damit deutlich mehr als in der Vorjahresperiode (60 Mio). Mit den Zahlen hat Adecco die Erwartungen der von AWP befragten Analysten beim Betriebsgewinn erreicht und bei Umsatz sowie Gewinn sogar übertroffen. Einzig die Bruttomarge lag darunter.
Marktanteile gewonnen
"Wir haben weitere 365 Basispunkte an Marktanteil gewonnen", wird Adecco-CEO Denis Machuel zum Geschäftsverlauf zitiert. Die Marke Adecco sei in allen Regionen über dem Markt gewachsen, in Iberien, Skandinavien, Nordamerika, Lateinamerika und Asien sogar zweistellig.
Bei der Tochter Akkodis stabilisierten sich laut den Angaben die Umsätze und verbesserte sich die Rentabilität. LHH habe derweil eine zweistellige EBITA-Marge erreicht, angetrieben durch das starke Wachstum in den Bereichen Career Transition und Ezra.
Leicht tiefere Marge erwartet
Beim Ausblick bleibt das Management wie üblich vage. Das Volumenwachstum habe sich zum Jahresauftakt weiter positiv entwickelt. Für das zweite Quartal rechnet der Konzern mit einer gegenüber dem Vorquartal leicht tieferen Bruttomarge, was die übliche Saisonalität spiegle. Die Kosten sollen leicht höher ausfallen als im ersten Quartal.
Ranjit de Sousa wird Chef von LHH
Adecco hat Ranjit de Sousa zum neuen Präsidenten der Sparte LHH und Mitglied der Konzernleitung berufen. Er folgt auf Gaëlle de la Fosse, die das Unternehmen Ende Mai verlässt und bis Mitte Juni beratend bleibt, wie der Personaldienstleister am Mittwoch mitteilte.
Der 50-jährige de Sousa bringt laut den Angaben mehr als 25 Jahre Führungserfahrung mit, darunter 16 Jahre bei der Adecco Group. Er sei unter anderem massgeblich an der Entwicklung der Coaching-Plattform Ezra beteiligt gewesen. Nach seinem Ausscheiden aus dem Konzern im Jahr 2021 habe er zwei Unternehmen im Personalbereich gegründet.
Gaëlle de la Fosse habe sich entschieden, das Unternehmen zu verlassen, um sich neuen Herausforderungen ausserhalb der Gruppe zu stellen. Während ihrer Amtszeit habe sie LHH neu positioniert und es zu einem führenden Anbieter von umfassenden Lösungen für die Rekrutierung von Führungskräften und Fachkräften gemacht, heisst es.
Adecco-Aktien brechen nach Quartalszahlen zweistellig ein
Die Aktien des Personaldienstleisters Adecco werden am Mittwoch im grossen Stil abgestossen. Das organische Wachstum fiel zwar besser als erwartet aus, die Aussichten in Sachen Profitabilität sorgt aber für lange Gesichter.
An der SIX brachen die Adecco-Aktien schlussendlich 16,67 Prozent auf 15,25 Franken ein. Im frühen Handel fiel die Aktie bis auf 15,86 Franken und damit ein neues Langzeittief. Bereits im bisherigen Jahresverlauf hatten die Adecco-Aktien um rund ein Fünftel an Wert eingebüsst.
Laut den Experten der UBS ist die starke und sich weiter verbessernde Umsatzdynamik zwar positiv zu werten. Offensichtlich habe das Unternehmen aber Mühe, "diese in eine signifikante Gewinndynamik umzuwandeln".
Schlecht kommt in diesem Zusammenhang auch der vage Ausblick an, in dem von leicht steigenden Kosten die Rede ist. Die Analysten von Bernstein befürchten nun, dass es bei den Schätzungen für den EBITA zu deutlichen Abwärtsrevisionen kommt - in der Grössenordnung von mehr als 10 Prozent.
Viele Analysten verweisen zudem auf den ungünstigen Businessmix. So spielte laut dem ZKB-Analysten der Umsatzrückgang im hochmargigen Geschäft mit den Festanstellungen (Permanent Placement) eine Rolle. In diesem Segment erwartet der Experte in dem von geopolitischen Unsicherheiten geprägten Umfeld im laufenden Quartal keine Besserung. Vor allem Deutschland könnte unter den Folgen des Iran-Kriegs leiden. Für die zuletzt gebeutelte Aktie fehle damit ein positiver Trigger.
awp-robot/rw/ls
Zürich (awp)
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