| UBS Anlagethemen |
01.06.2026 14:00:00
|
Weltraumwirtschaft: Ein IPO der Superlative
Kolumne
Im Juni 2026 könnte SpaceX an der US-Technologiebörse Nasdaq debütieren - ein Börsengang, der zu den grössten der Geschichte zählen würde. Damit rückt die Weltraumwirtschaft weltweit stärker in den Fokus von Anlegern.
Als grösste private Weltraumfirma deckt der kalifornische Konzern ein breites Spektrum ab. In seiner Raketensparte startet SpaceX mehr Missionen als sämtliche anderen staatlichen und privaten Dienstleister zusammen. 2025 hob die «Falcon 9» 165-mal ab. Mit der Tocher «Starlink» betreibt das Unternehmen ein Netzwerk von mehr als 10'000 Satelliten und versorgt gut zehn Millionen Nutzer mit Breitbandinternet. Während dieser Geschäftsbereich profitabel arbeitet und etwa 50 bis 80 Prozent zum Konzernumsatz besteuert, gibt es beim «Starship» noch Herausforderungen. Die mit einer Schwerlastrakete kombinierte Raumkapsel soll Astronauten zum Mond und später zum Mars bringen. Allerdings sind drei von bisher fünf Testflügen gescheitert. Seit Februar 2026 zählt auch noch der KI-Entwickler xAI zu SpaceX-. Die hohen Investitionen in die Künstliche Intelligenz schlagen sich im Ergebnis nieder. 2025 verbuchte SpaceX bei einem Umsatz von 18,7 Milliarden Dollar unter dem Strich ein Minus von knapp fünf Milliarden Dollar.3
Aktuelle Zahlen
SpaceX plant den Gang an die Wall Street in einer Zeit in der die Weltraumwirtschaft auf zunehmendes Interesse stösst. Belegen lässt sich diese These mit aktuellen Zahlen der Satellite Industry Association (SIA). 2025 zählte der US-Branchenverband knapp 300 Raketenstarts. Sie transportierten 4'434 Satelliten auf eine Erdumlaufbahn. Das waren 65 Prozent mehr als 2024. Die globale Weltraumwirtschaft expandierte im vergangenen Jahr um drei Prozent auf 429 Milliarden US-Dollar. Die kommerzielle Satellitenindustrie steuerte knapp drei Viertel zu den Umsätzen bei. SIA-Präsident Tom Stroup führt das Wachstum auf kontinuierliche Innovationen und Investitionen zurück. Besonders stark florierte die Datenübertragung. 2025 stieg die Zahl der Nutzer von satellitengestütztem Breitbandinternet um 62 Prozent. "Der gesteigerte Nutzen und die neuen Fähigkeiten werden auch weiterhin den Hunderten Millionen Amerikanern und Milliarden von Kunden weltweit zugutekommen, die bereits heute täglich auf Satelliten angewiesen sind", blickt der Chef des Branchenverbandes nach vorne.4
Fachliche Auswahl durch die European Space Agency (ESA)
Angesichts dieser Aussichten überrascht es nicht, dass die Weltraumwirtschaft die Investoren schon vor den IPO-Plänen von Branchenkrösus SpaceX fasziniert hat. Für Anleger, die nicht auf einzelne Firmen setzten möchten, ermöglicht der der Euronext Helios Space Index eine breite Beteiligung an der gesamten Weltraumwirtschaft. Dieser Gradmesser wurde vom Börsenbetreiber Euronext zusammen mit der European Space Agency, kurz ESA, konzipiert. Die geballte Expertise der europäischen Weltraumbehörde fliesst in die Zusammensetzung des Index ein. Für eine Aufnahme kommen nur Unternehmen in Frage, die besonders stark von der europäischen Weltraumwirtschaft profitieren. Das Auswahluniversum bilden die Aktien entwickelter Länder, welche die quantitativen Voraussetzungen erfüllen. Aus diesem Fundus filtert die ESA die "Space"-Titel heraus. Sie durchforstet dabei beide Teilbereiche der Weltraumwirtschaft, "Upstream" und "Downstream". Zum erst genannten Bereich zählen Unternehmen, die beispielsweise an der Entwicklung und dem Bau von Raumfahrtsystemen, Trägerraketen und Bodenstationen arbeiten. "Downstream" steht dagegen vor allem für Satellitenbetreiber sowie Dienstleister der Kommunikation, Navigation und Erdbeobachtung.5
Einfacher Zugang
Ein Tracker-Zertifikat (Symbol: SPACEU) bildet den Euronext Helios Space NR Index ohne Laufzeitbegrenzung ab und bietet damit einen unkomplizierten Zugang zu einem Zukunftsthema, ohne das einzelne Aktien ausgewählt werden müssen. Anleger haben dadurch die Möglichkeit, eine diversifizierte und flexible Positionierung auf dem Gebiet der Weltraumwirtschaft einzugehen. Möglicherweise bekommt der Basiswert schon bald Verstärkung. Jedenfalls gibt es eine direkte Verbindung respektive Geschäftsbeziehung zwischen SpaceX und der ESA: Beispielsweise flog im Februar 2026 die französische Astronautin Sophie Adenot mit dem "Dragon"-Raumschiff der US-Amerikaner zur Internationalen Raumstation ISS.6 Anfang Mai 2026 hat SpaceX mit der "Falcon-9" im Auftrag der ESA 13 Satelliten von der kalifornischen Vandenberg Space Force Base aus in den Orbit befördert.7
Bitte beachten Sie, dass kein Kapitalschutz besteht. Zudem muss - wie immer bei Strukturierten Produkten - das Emittentenrisiko berücksichtigt werden.
Quellen:
1) https://job-boards.greenhouse.io/spacex/jobs/8461644002, Abfrage am 15.05.2026
2) Reuters, Medienbericht, 21.04.2026
3) Reuters, Medienbericht, 21.04.2026
4) Satellite Industry Association, Medienmitteilung, 13.05.2026
5) Euronext, Euronext Helios Space Index, Factsheet, 31.03.2026
6) ESA, Crew-12 Start, 13.02.2026
7) ESA, Medienmitteilung, 04.05.2026
Zum Autor
Jérôme Allet, Leiter Public Distribution für Strukturierte Produkte Schweiz, UBS Investment Bank.
Jérôme Allet begann seine berufliche Laufbahn 2011 als Graduate Talent bei der UBS Investment Bank. Seit 2017 leitet er das Team «Public Distribution Sales Switzerland» im Bereich Structured & Solutions Distribution. In dieser Funktion verantwortet er den öffentlichen Vertrieb von Strukturierten Produkten in der Schweiz. Seit 2018 ist er zusätzlich für White Label Lösungen im Bereich Hebelprodukte in Europa zuständig.
Kontakt: Website: keyinvest-ch.ubs.com, E-Mail: keyinvest@ubs.com, Tel. +41 44 239 76 76
Trading Signals: Idorsia: Chancen aufgrund mehrerer Katalysatoren
Klinische Fortschritte und starke Verkaufszahlen sorgen bei Idorsia für Fantasie. Nach dem Sprung auf ein neues Jahreshoch holt die Aktie zwar Luft geholt, doch genau diese Pause könnte für risikobereite Anleger Chancen bieten.
Weiterlesen!Quality statt Hype – Frank Häusler von Dreyfus Söhne & Cie AG zu Gast im BX Morningcall
Im aktuellen BX Morningcall sprechen Olivia Hähnel und François Bloch mit Frank Häusler, Head Investments bei der Dreyfus Bank, über langfristige Anlagestrategien, Quality-Aktien, Asset Allocation und die Zukunft der Vermögensverwaltung.
Im Gespräch geht es unter anderem um:
Warum Ruhe und Strategie in volatilen Märkten wichtiger sind als kurzfristige News
Weshalb Asset Allocation für Dreyfus der wichtigste Hebel im Portfolio ist
Warum Quality-Aktien im Zentrum der Aktienstrategie stehen
Wie Dreyfus Aktien über Sektoren und globale Peer Groups analysiert
Warum die Bank stärker auf Aktien, Gold und Schweizer Immobilien setzt
Welche Rolle Hedgefonds und Bitcoin künftig als Beimischung spielen können
Wie Frank Häusler privat investiert und warum er konsequent langfristig zukauft
https://bxplus.ch/bx-musterportfolio/
Inside Trading & Investment
Mini-Futures auf SMI
Inside Fonds
Meistgelesene Nachrichten
Top-Rankings
Weitere Artikel dieses Kolumnisten
Börse aktuell - Live Ticker
Eskalation im Nahen Osten: SMI schliesslich höher -- DAX schlussendlich leichter -- Verluste an den US-Börsen -- Börsen in Fernost letztlich unter DruckDer heimische Aktienmarkt notierte zur Wochenmitte in Grün. Der deutsche Aktienmarkt tendierte abwärts. An der Wall Street dominierten die Bären. Die asiatischen Börsen gaben zur Wochenmitte teilweise deutlich nach.


