Deutsche Telekom Aktie 1026592 / DE0005557508
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04.02.2026 22:01:00
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Neues KI-Rechenzentrum in München: Aktien von Telekom und NVIDIA fester
Telekom und NVIDIA eröffnen in München Europas neue KI-Fabrik: Mit modernster Technologie sollen Unternehmen ihre KI-Projekte souverän in Deutschland umsetzen.
• München wird KI-Zentrum
• Alle Daten sollen in Deutschland bleiben
Die Deutsche Telekom und NVIDIA eröffnen am heutigen Mittwoch in München ihre milliardenschwere "Industrial AI Cloud". Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume bezeichnete die Initiative bereits im November 2025 als "nächsten Schritt der industriellen Revolution des 21. Jahrhunderts" und lobte das bayerische Ökosystem: "Unser Ökosystem hat einmal mehr überzeugt - und es wird durch die milliardenschwere Initiative von Telekom und NVIDIA und dem Partner SAP noch stärker", sagte er gemäss einer Pressemitteilung vom 04. November 2025. Drei Monate später erfolgt nun die Eröffnung. An der Eröffnungszeremonie nimmt laut Angaben von n-tv auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil teil.
Laut Telekom soll die KI-Fabrik Deutschlands KI-Rechenkapazität um rund 50 Prozent steigern. Ziel sei es, europäischen Firmen eine souveräne Alternative zu US-Cloud-Anbietern zu bieten und gleichzeitig die Kontrolle über sensible Daten in Deutschland zu halten. Mit der neuen Plattform will sich München als führender KI-Standort in Deutschland und Europa positionieren.
Modernste Technik für Industrie und Mittelstand
Die KI-Fabrik basiert laut Unternehmensangaben auf bis zu 10'000 NVIDIA-Grafikprozessoren (GPUs) und richtet sich an Schlüsselindustrien wie Automobilbau, Maschinenbau, Medizintechnik und Pharma. Die Kombination aus NVIDIA-Software und dem Cloud-Ökosystem der Telekom ermögliche anspruchsvolle Use-Cases - von digitalen Zwillingen ganzer Fabriken über vorausschauende Wartung bis hin zu Robotik-Lösungen.
Unternehmen können die Rechenleistung bedarfsgerecht buchen, was besonders für den Mittelstand ohne hohe Vorabinvestitionen attraktiv sei, heisst es weiter. Die Plattform würde zudem höchste Sicherheitsstandards erfüllen, sei C5-zertifiziert und nutze eine Zero-Trust-Architektur. Auch sollen alle Daten in Deutschland verbleiben, um rechtliche Risiken durch den US-CLOUD Act zu vermieden.
SAP und weitere Partner unterstützen Münchens neue KI-Fabrik
SAP agiert als strategischer Partner der KI-Fabrik und liefert mit seiner Business Technology Platform den sogenannten "Deutschland-Stack", der besonders für Behörden und sicherheitsrelevante Organisationen konzipiert ist. Neben Siemens unterstützen laut Telekom mehr als 100 weitere Unternehmen und Start-ups wie Agile Robots, Wandelbots und PhysicsX die Initiative "Made 4 Germany". Blume betonte bereits im November: "Dass solche Vorhaben in München realisiert werden, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis kluger Politik und richtiger Investitionen in Forschung und Technologie - und zwar seit Jahrzehnten".
Strom aus erneuerbaren Quellen
Das Rechenzentrum im wiederbelebten Tucherpark aus den Sechzigerjahren wird nach Angaben der Telekom vollständig aus erneuerbaren Energien betrieben. "Es ist auf höchste Energieeffizienz ausgelegt", erklärte das Unternehmen. Die Abwärme werde in Zukunft das gesamte Quartier mit Wärme versorgen. Ein modernes Kühlkonzept setze auf Kühlung des Rechenzentrums durch Wasser des nahegelegenen Eisbaches.
Reaktionen
Die Grossanlage in der Nähe des englischen Gartens sei die Basis für innovative Geschäftsmodelle für die Industrie, Start-ups und den Staat, sagte Konzernchef Timotheus Höttges. Das Gemeinschaftsprojekt war mit einer Investition von über einer Milliarde Euro auf dem Weg gebracht worden. "Wir beweisen hier, dass Europa auch Künstliche Intelligenz kann", sagte Höttges.
Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) nannte das Grossprojekt als ein Beispiel dafür, dass inzwischen in Deutschland auch die privaten Investitionen angelaufen seien. "Hier wurde ein wichtiger Pflock für das deutsche und europäische KI-Ökosystem gesetzt". Davon profitierten nicht nur innovative Unternehmen, das Projekt stärke auch die digitale Souveränität.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte, Deutschland könne und wolle sich nicht von den Amerikanern komplett abkoppeln. "Auch bei mancher kleinen verbalen Irritation im transatlantischen Verhältnis ist und bleibt Amerika für uns in vielen Punkten der entscheidende Partner. Aber wir können eigene Akzente setzen." Damit könne man auch den Wert der Partnerschaft deutlich erhöhen. "Das können wir aber nur, wenn wir eigene Stärke haben."
So reagieren die Aktien
Die Aktien der beiden Unternehmen zeigen sich uneinheitlich. Die Papiere der Deutschen Telekom gewannen via XETRA letztlich deutliche 5,38 Prozent auf 30,38 Euro. NVIDIA-Titel verloren im NASDAQ-Handel hingegen 3,41 Prozent auf 174,19 US-Dollar. Die Aktie des Partners SAP stieg unterdessen um 0,12 Prozent auf 167,20 Euro.
Redaktion finanzen.ch / (awp international)
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