Samsung GDRS Aktie 381611 / US7960508882
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20.05.2026 16:01:00
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Samsung: Warum ein historischer Generalstreik droht - Aktie unbeeindruckt
Beim südkoreanischen Elektronikkonzern Samsung haben rund 48'000 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter einen 18-tägigen Generalstreik angedroht.
Die Frage, die nun nicht nur innerhalb des Unternehmens, sondern auch in der südkoreanischen Öffentlichkeit hitzig debattiert wird: Wie sollen die Gewinne fair aufgeteilt werden?
Was sind die Forderungen der Gewerkschaft?
Der zentrale Streitpunkt ist die Höhe der Jahresboni für die Samsung-Mitarbeiter in der Halbleiter-Abteilung. Die Gewerkschaft fordert, dass 15 Prozent des jährlichen Betriebsgewinns des Unternehmens als Boni ausgeschüttet werden - und zwar dauerhaft. Derzeit sind die Boni der Mitarbeiter auf 50 Prozent des Grundgehalts begrenzt.
Aufgrund der historisch hohen Profite handelt es sich um enorme Summen. Basierend auf einem prognostizierten Gewinn von etwa 300 Billionen Won für das Jahr 2026 (umgerechnet etwa 171 Milliarden Euro) würden die Gewerkschaftsforderungen einem durchschnittlichen Jahresbonus in Höhe von rund 350'000 Euro pro Mitarbeiter entsprechen. Die Summen würden allerdings nur an die Belegschaft der Halbleiter-Sparte fliessen.
Warum eskaliert der Konflikt gerade jetzt?
Hintergrund ist, dass Samsung Electronics im ersten Jahresquartal dank des anhaltenden KI-Booms den höchsten Gewinn seit Unternehmensgründung erzielt hat. Der Betriebsgewinn für den Zeitraum Januar bis März beträgt 57,2 Billionen Won (umgerechnet knapp 33 Milliarden Euro) - in etwa das Achtfache des Vorjahreszeitraums. Dementsprechend sind die Summen, um die es bei der Verteilungsfrage geht, deutlich höher als zuvor.
Der Rekordgewinn von Samsung wird vor allem von der anhaltend starken Nachfrage nach Computerchips angetrieben. Fast 94 Prozent des Gesamtgewinns des Unternehmens wurden von der Halbleitersparte des Unternehmens erzielt.
Was ist die Position der Konzernführung von Samsung?
Samsung argumentiert, dass die Halbleiterbranche starken Schwankungen unterliegt, und man sich aufgrund der zyklischen Volatilität nicht langfristig auf hohe Bonuszahlungen einlassen möchte. Ebenso betont das Management, dass man hohe Summen für Investitionen bereithalten müsse, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben. Auch würden hohe Boni an die Halbleiter-Belegschaft Spannungen mit anderen Konzernabteilungen erzeugen, die deutlich geringere Auszahlungen erhalten.
Während mehrerer Verhandlungsrunden soll das Samsung-Management seinen Mitarbeitern Kompromissvorschläge unterbreitet haben, die jedoch deutlich unter den Kernforderungen der Gewerkschaft bleiben. Laut Medienberichten wäre Samsung dazu bereit, bis zu zehn Prozent seines Betriebsgewinns als Jahresboni auszuzahlen - jedoch nur für maximal drei Jahre und unter der Bedingung, dass die Halbleitersparte des Unternehmens bestimmte Gewinnschwellen überschreitet. Die Gewerkschaft hingegen fordert, dass dauerhaft 15 Prozent des Betriebsgewinns an die Mitarbeiter ausgezahlt werden.
Was sagt Südkoreas Präsident Lee Jae Myung zu dem Konflikt
?Der seit letztem Jahr regierende Präsident Lee Jae Myung hat sich bislang vorsichtig kritisch geäussert. "Arbeitnehmer sollen für ihre Arbeitsleistung eine angemessene Entlohnung erhalten können", schrieb Lee in einem Kommentar auf der Online-Plattform X am Montag. Jedoch sollten auch Aktionäre, die durch ihre Investitionen potenzielle Risiken und Verluste tragen, Anspruch auf ihren Anteil am Unternehmensgewinn haben. In einer vorherigen Stellungnahme kritisierte Südkoreas Präsident die Forderungen der Gewerkschaft als "exzessiv". Die Aussagen des 62-Jährigen sind bemerkenswert, da er aus dem politisch linken Lager stammt, sich einst als Anwalt für die Rechte von Arbeitern engagierte und einen gewerkschaftlichen Hintergrund hat.
Wie hoch wäre der wirtschaftliche Schaden eines Streiks?
Die südkoreanische Zentralbank schätzt in einem internen Bericht, dass der Generalstreik bei Samsung das Wirtschaftswachstum des Landes für dieses Jahr um 0,5 Prozentpunkte ausbremsen könnte. Demnach würden sich die potenziellen Verluste auf rund 20 Milliarden US-Dollar belaufen, wie Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.
Auch die US-amerikanische Handelskammer in Südkorea äusserte eine Warnung, in der es hiess, der Streik könne globale Lieferketten unterbrechen und Südkoreas Ruf als verlässlichen Technologie- und Produktionsstandort beschädigen. Tatsächlich gibt es bereits jetzt Engpässe bei der Chipproduktion, da die weltweite Nachfrage nach Halbleitern das Angebot deutlich übersteigt. Der angedrohte Generalstreik bei Samsung dürfte die Lage zusätzlich verschärfen.
Die Samsung-Aktie beendete den Handel in Südkorea am Mittwoch 0,18 Prozent höher bei 276.000 Südkoreanischen Won
/fkr/DP/zb
SEOUL (awp international)
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