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Super Micro Computer Aktie 138624448 / US86800U3023

Kapitalmassnahme 10.06.2026 22:05:00

Super Micro-Aktie bricht ein: Milliarden-Kapitalerhöhung sorgt für Verwässerungsängste

Super Micro-Aktie bricht ein: Milliarden-Kapitalerhöhung sorgt für Verwässerungsängste

Super Micro will mit einer Kombination aus Aktienverkäufen und Wandelpapieren frisches Kapital einsammeln - und begründet den Schritt mit einem milliardenschweren Auftragsbestand.

• Super Micro kündigt Kapitalerhöhung an
• Einnahmen sollen unter anderem für massiven Auftragsbestand genutzt werden
• Super Micro-Aktie stürzt ab

Die Super Micro-Aktie steht vor einer massiven Verwässerung: Das Unternehmen hat in einer Pressemitteilung drei parallele Finanzierungstransaktionen mit einem Gesamtvolumen von 7,0 Milliarden US-Dollar angekündigt. Rund 1,25 Milliarden US-Dollar sollen über eine klassische Aktienplatzierung fliessen, weitere 3,75 Milliarden über sogenannte Depositary Shares - hinterlegt mit einer neuen Pflicht-Wandelvorzugsaktie - und bis zu 2,0 Milliarden US-Dollar über ein At-the-Market-Programm, das frühestens im dritten Quartal 2026 starten soll.

So reagiert die Super Micro-Aktie

Am Markt kam die Kapitalmassnahme nicht gut an: Im NASDAQ-Handel brach die Super Micro-Aktie zeitweise 27,98 Prozent auf 29,27 US-Dollar ein. Erst am Vortag hatte das Papier im Zuge des allgemeinen Ausverkaufs von Tech-Aktien 7,62 Prozent eingebüsst. Immerhin: seit Jahresbeginn weist der Anteilsschein ein Plus von 38,85 Prozent aus.

39 Milliarden US-Dollar Auftragseingang als Begründung

Super Micro nennt als zentralen Verwendungszweck den Einkauf von Komponenten, um KI-Server-Aufträge im Volumen von rund 39 Milliarden US-Dollar zu bedienen. Laut Unternehmensangaben stammen diese Bestellungen von mehr als 20 Kunden und sind in den vergangenen Wochen eingegangen. Die Auslieferung soll in den kommenden Quartalen erfolgen. Ein Teil der Erlöse kann darüber hinaus für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden - darunter Schuldenrückzahlung, Betriebskapital und Investitionen.

Wandelpapier mit automatischer Konvertierung 2029

Das Herzstück der Transaktion ist die Depositary-Share-Platzierung über 3,75 Milliarden US-Dollar. Jeder Depositary Share repräsentiert ein Zwanzigstel der neuen Series-A-Pflichtwandelaktie mit einem Liquidationswert von 50 US-Dollar pro Anteil. Sofern nicht vorher gewandelt, erfolgt die automatische Umwandlung in eine variable Anzahl Stammaktien am oder um den 1. Juni 2029. Dividendensatz und Wandlungskonditionen stehen noch nicht fest - sie werden erst bei der Preisfestsetzung bestimmt. Super Micro plant, die Depositary Shares unter dem Kürzel "SMCIP" an der NASDAQ notieren zu lassen.

Einordnung: Enormes Volumen, offene Fragen

Die Grössenordnung der Kapitalmassnahme ist für Super Micro beispiellos. Der genannte Auftragsbestand von 39 Milliarden US-Dollar übersteigt den Jahresumsatz des Unternehmens deutlich. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2025, welches am 30. Juni 2025 endete, lagen die Nettoverkäufe bei 22 Milliarden US-Dollar. Bei der jüngsten Zahlenvorlage für das dritte Geschäftsjahr 2026, die Anfang Mai vorgelegt wurde, wurde ein Umsatz von 10,2 Milliarden US-Dollar aufgeführt.

Für Anleger entscheidend wird, wie stark die Verwässerung durch die Wandlung der Vorzugsaktien ausfällt - die genauen Konditionen fehlen noch. JPMorgan, Goldman Sachs und Citigroup begleiten die Transaktion als Joint Bookrunner.

Klarheit über die konkreten Wandlungsbedingungen und den endgültigen Platzierungspreis dürfte erst mit dem Pricing der Depositary Shares in den kommenden Tagen entstehen.

Martina Köhler, Evelyn Schmal, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.ch

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