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Ausblick bestätigt 04.08.2022 17:59:00

VAT-Aktie legt zu: VAT erzielt im ersten Halbjahr Rekordwerte

VAT-Aktie legt zu: VAT erzielt im ersten Halbjahr Rekordwerte

Der hohe Investitionsbedarf der Chip-Industrie lässt die Kassen bei der VAT Group klingeln.

Und ein Ende des Booms ist immer noch nicht absehbar. Mit stetigen Erweiterungsinvestitionen rüstet sich das Unternehmen dafür.

Die Rheintaler Firma kontrolliert im Geschäft mit Vakuumventilen für die Halbleiterindustrie über 70 Prozent des Weltmarkts. Weil weltweit ein Mangel an Halbleiterchips herrscht und neue Chip-Generationen auf den Markt kommen, investieren die Hersteller stark in neue Produktionsanlagen.

Darum laufen auch bei VAT sehr viele Bestellungen ein. Von Januar bis Juni nahm das Unternehmen Aufträge im Wert von 648,5 Millionen Franken entgegen, das sind 31 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei VAT türmt sich mittlerweile ein Auftragsbestand von 559 Millionen Franken.

Gleichzeitig kletterte der Umsatz um 32 Prozent auf 549 Millionen. Im zweiten Quartal alleine waren es 285,9 Millionen (+28%) - im dritten Jahresviertel sollen weitere 290 bis 310 Millionen dazukommen.

Kapazitäten werden ausgebaut

Die Investitionen der Halbleiterindustrie hätten im zweiten Quartal ein Rekordniveau erreicht, erklärte VAT zum Geschäftsverlauf. Anhaltenden technologische Fortschritte und die Chipknappheit erforderten Investitionen in zusätzliche Kapazitäten.

Dabei steuerte das Servicegeschäft mit einem Umsatzplus von 28 Prozent auf 101 Millionen Franken erstmals einen dreistelligen Beitrag im Halbjahr bei. Darin spiegle sich die wachsende Nachfrage nach Dienstleistungen zur Steigerung der Produktivität und der Bedarf an Service und Wartung für installierte Anlagen.

Gleichzeitig rüstet sich VAT für das erwartete Nachfragewachstum - das Unternehmen hatte zuletzt die Produktion in Malaysia ausgebaut und das wichtigste Produktionswerk in der Schweiz weiter optimiert. Die Produktionsmenge in den beiden Werken sei im ersten Halbjahr um 35 Prozent gesteigert worden, so VAT.

Aktuell weise VAT Produktionskapazitäten im Wert von 1,3 Milliarden Franken aus. Zudem habe man den Bau eines zweiten grossen Werks in Malaysia an Angriff genommen - der Schritt widerspiegle das Vertrauen in das künftige Wachstum. Die Investitionsausgaben im laufenden Jahr werden bei 65 bis 75 Millionen Franken erwartet.

Gewinnsprung

Kein Thema bei VAT sind momentan offenbar die steigenden Rohstoffkosten. Das höhere Volumen sowie operative Verbesserungen hätten die Kosteninflation bei den Rohstoffen, aber auch bei der Logistik und der Energie abgefedert.

In der Folge stiegen die Gewinnzahlen überproportional. Der Betriebsgewinn auf der Stufe EBITDA kletterte um 39 Prozent auf 192,1 Millionen. Die entsprechende Marge konnte um 1,8 Prozentpunkte auf 35,0 Prozent verbessert werden. Und der Reingewinn kletterte gar um 52 Prozent auf 147,6 Millionen Franken.

Wenig überraschend bekräftigt VAT angesichts dieser Entwicklungen die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Insgesamt wird für 2022 ein deutlich höherer Umsatz, EBITDA und Nettogewinn, in Aussicht gestellt, ebenso eine höhere operative Marge und mehr freier Cashflow.

VAT hat 2021 die Frauenquote gesteigert

Der Vakuumventil-Hersteller hat VAT letztes Jahr Fortschritte im Bereich Gleichstellung gemacht. Die Treibhausgasemissionen sind hingegen gestiegen. Dies geht aus dem ersten Nachhaltigkeitsbericht, den das Unternehmen am Donnerstag veröffentlicht hat, hervor.

Insgesamt wuchs 2021 der Personalbestand um über ein Zehntel auf rund 2000 Mitarbeitende. Dabei kletterte die Frauenquote auf 17,3 Prozent von 15,9 Prozent. Im Management verharrte der Anteil Frauen bei 18 Prozent.

Vergangenes Jahr erhielt der Vakuumventil-Hersteller zudem vom Inspektionskonzern SGS die Auszeichnung "Fair-on-Pay". Diese bestätigt, dass das geschlechterspezifische Lohngefälle im Konzern unterhalb von fünf Prozent liegt.

Höhere CO2-Emissionen

Im Betrieb hat das Unternehmen leicht mehr CO2 emittiert. Die sogenannten Scope-1-Emissionen lagen 2021 bei 12'090 Tonnen und damit zwei Prozent über dem Vorjahreswert. Die betrieblichen Emissionen sind damit aber weniger stark gewachsen als der Umsatz, welcher letztes Jahr um fast ein Drittel zulegte.

Nicht ausgewiesen werden Emissionen, welche bei der Herstellung des eingekauften Stroms entstehen (Scope 2). VAT hat laut Nachhaltigkeitsbericht allerdings den Anteil an erneuerbarem Strom vergangenes Jahr deutlich gesteigert.

Die Treibhausgasemissionen entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette, die in der Regel den grössten Anteil am CO2-Fussabdrucks eines Unternehmens haben, weist der Vakuumventil-Hersteller ebenfalls nicht aus.

VAT-Aktien eröffnen nach Zahlen deutlich fester

Die Aktien von VAT sind am Donnerstag mit deutlich festeren Kursen in den Handel gestartet.

Die VAT-Titel gewannen an der SWX letztlich 1,09 Prozent auf 279,20 Franken. Im bisherigen Jahresverlauf summieren sich damit aber immer noch Abgaben von rund 38 Prozent, nachdem die Papiere das Jahr 2021 mit einem Kursgewinn von satten 106 Prozent beendet hatten.

VAT hatte bereits Mitte Juli vorläufige Resultate zum Umsatz, Auftragseingang und der EBITDA-Marge veröffentlicht und dabei auch einen Ausblick auf den Rest des Jahres abgegeben. Die Ergebnisse zu diesen Eckwerten wurden nun bestätigt.

Es war daher vor allem die Guidance zum laufenden dritten Quartal, auf den Analysten gewartet hatten. Denn zuletzt hatten viele Zulieferer für die Halbleiter-Industrie nur zögerliche Prognosen abgegeben. Und dieser Ausblick für die Monate Juli bis September hat es mit einem prognostizierten Umsatz von 290 bis 310 Millionen Franken in sich.

UBS-Experte Joern Iffert etwa war nur von einem Wert in Höhe von 283 Millionen ausgegangen, Michael Foeth von der Bank Vontobel gar nur von 260 Millionen. Die Guidance deutet laut Jürgen Wagner von Stifel also darauf hin, dass VAT den Umsatz im laufenden Jahr um 34 Prozent steigert wird. Nun werden nun also einige Analysten ihre Schätzungen erhöhen müssen.

Weniger zuversichtlich ist die UBS indes für die Folgejahre: Vorsichtige Konsumenten werden künftig wohl weniger für Unterhaltungselektronik ausgeben, was zu sinkenden Chip-Preisen führen dürfte. Damit steige das Risiko von Investitionskürzungen bei Halbleiterchips.

Haag / Zürich (awp)


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Bildquelle: Keystone