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15.09.2026 21:39:00
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Verdreifachung bis 2031: Citi sieht Ex-Bitcoin-Miner TeraWulf als Rechenzentrums-Favorit
Citi traut der Rechenzentrumsbranche bis 2031 fast eine Verdreifachung der Kapazität zu. Dabei taucht ein früherer Bitcoin-Miner unter den Favoriten auf.
- Citi hebt die weltweite Wachstumsprognose für Rechenzentren bis 2031 spürbar an
- Neben Equinix zählt auch der frühere Bitcoin-Miner TeraWulf zu den Favoriten
- Genehmigungsstopps in Texas und New York bremsen kurzfristig neue Projekte
Citi hebt seine globale Wachstumsprognose für Rechenzentren markant an und rückt mit einer aktualisierten Favoritenliste auch kleinere Werte wie die TeraWulf-Aktie neben etablierte Namen wie Equinix in den Anlegerfokus. Die Bank sieht laut investing.com die weltweite Rechenleistung von KI- und Hochleistungsrechenzentren bis 2031 auf mehr als das Dreifache steigen und leitet daraus eine sektorübergreifende Aktienauswahl ab, die von Rechenzentrumsbetreibern über Energieversorger bis zu Software- und Internetkonzernen reicht.
Wachstumspfad bis 2031
Nach dem aktualisierten Modell der Bank soll die weltweite IT-Last der Branche von 121 Gigawatt im Jahr 2026 auf 370 Gigawatt im Jahr 2031 klettern, ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 25 Prozent. Dahinter steht die Annahme, dass die jährlich neu hinzukommende IT-Last von 35 Gigawatt im Jahr 2026 auf 60 Gigawatt im Jahr 2031 zulegt. Für die Buchungen der Branche rechnet Citi 2026 mit 35 Gigawatt und 2027 mit einem Sprung auf 40 Gigawatt, nach eigener Einschätzung der Bank deutlich über ihren bisherigen Prognosen.
Für die Aktualisierung verweist Citi auf jüngste Quartalsergebnisse der Branche, eine starke Nachfrage nach Token-Verbrauch, schnellere Chipverkäufe sowie erstmals berücksichtigte Beiträge aus China, die im bisherigen Modell noch fehlten. Als strukturellen Treiber nennt die Bank neben dem klassischen Trainingsbedarf für grosse KI-Modelle vor allem die wachsende Nutzung agentenbasierter KI-Anwendungen in Unternehmen.
TeraWulf: Vom Bitcoin-Miner zum Rechenzentrumsbetreiber
Unter den genannten Favoriten sticht TeraWulf heraus, weil das Unternehmen ursprünglich aus dem Bitcoin-Mining kommt und seine Infrastruktur erst schrittweise auf KI-Rechenzentren umstellt. Bereits bei der Erstaufnahme der Coverage im Juni 2026 begründete Citi das Kaufrating damit, dass TeraWulf bestehende Industriestandorte mit vorhandenen Netzanschlüssen in KI-taugliche Grossrechenzentren umwandeln könne und damit einen Teil der Angebotsengpässe lindere, die durch knappe Stromkapazitäten entstehen.
Das Unternehmen selbst strebt einen jährlichen Kapazitätsausbau von 250 bis 500 Megawatt an, ein kleiner Ausschnitt aus dem von Citi skizzierten Gesamtmarkt.
Rechenzentren, Versorger, Chips und Software als Sektor-Kombination
Neben TeraWulf empfiehlt Citi im Rechenzentrumssegment auch die etablierten Konzerne Equinix und Digital Realty Trust, beide mit einem mehrjährig positiven Nachfrageausblick begründet. Bei US-Versorgern nennt die Bank NextEra Energy und FirstEnergy als mögliche Gewinner der steigenden Stromnachfrage. Im Halbleitersektor bleibt Citi positiv für AMD und den Fertigungsdienstleister Celestica, bei Internetkonzernen für Amazon, Alphabet und Meta. Im Softwarebereich favorisiert die Bank Microsoft und Oracle sowie sogenannte Neocloud-Anbieter, spezialisierte Cloud-Betreiber, die Rechenkapazität gezielt für KI-Workloads bereitstellen.
Risiken: Strom, Genehmigungen und ein noch unrentables Geschäftsmodell
Die grösste kurzfristige Unsicherheit liegt laut Citi auf der Angebotsseite: Die Verfügbarkeit von Energie in einzelnen Märkten sowie lokale und bundesstaatliche Auflagen könnten Genehmigungsverfahren verlängern. Texas und New York haben nach Angaben der Bank bereits vorübergehende Stopps für Genehmigungen neuer Rechenzentrumsprojekte verhängt, was für ein noch wachsendes Unternehmen wie TeraWulf zum Nadelöhr werden kann, sollten geplante Standorte betroffen sein.
Citi verweist zugleich darauf, dass die rasche Reaktion von Betreibern und Kunden, etwa mit Vorschlägen zur Stabilisierung der Energiekosten für Verbraucher, zeitnahe Lösungen ermöglichen dürfte, und dass bereits genehmigte Projekte mit gesicherter Energiezuteilung an Wert gewinnen könnten. Vorvermietungen könnten sich nach Einschätzung der Bank bis in die Jahre 2028 bis 2030 erstrecken, weil Hyperscaler, Neoscaler und Rechenzentrumsentwickler sich frühzeitig Kapazität sichern wollen. Hinzu kommt das unternehmensspezifische Risiko: TeraWulf arbeitet mit hoher Verschuldung und ohne belegten operativen Gewinn, sodass ein Rückgang der Investitionsbereitschaft im KI-Sektor oder Verzögerungen beim Netzanschluss die Bewertung empfindlich träfen.
Der nächste konkrete Beobachtungspunkt ist, ob Texas und New York ihre Genehmigungsstopps lockern. Davon hängt ab, wie schnell TeraWulf und andere in der Citi-Liste genannte Betreiber ihre geplanten Standorte tatsächlich ans Netz bringen können.
Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.ch
Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.
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