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22.06.2022 07:28:40

IEA: Investitionen reichen nicht aus, um Energiekrise zu lösen

Von Will Horner

LONDON (Dow Jones)--Die Investitionen in die weltweite Energieversorgung werden nach Einschätzung der Internationalen Energie-Agentur (IEA) in diesem Jahr stark steigen, angeführt von einer Ausweitung der sauberen Energien. Dennoch werden sich die Ausgaben aus ihrer Sicht als unzureichend erweisen, um die globalen Klimaziele zu erreichen oder die rasant steigenden Energiepreise in den Griff zu bekommen.

Die schlimmste globale Energiekrise seit Jahrzehnten, die unter anderem durch den Einmarsch Russlands in der Ukraine ausgelöst wurde, hat dazu geführt, dass die Energieinvestitionen zwischen den langjährigen Bemühungen um eine Umstellung auf umweltfreundliche Energien und den dringenden Erfordernissen einer raschen Erhöhung des Angebots zur Eindämmung der steigenden Preise hin- und hergerissen sind.

Die jüngsten Zahlen, die die in Paris ansässige Agentur in ihrem Jahresbericht veröffentlichte, deuten darauf hin, dass die Energieinvestitionen in beiderlei Hinsicht Probleme haben. "Die heutigen Trends bei den Energieinvestitionen zeigen, dass die Welt bei den Klimazielen und bei zuverlässiger und erschwinglicher Energie zurückbleibt", heisst es in dem Bericht.

Die Gesamtinvestitionen in den Energiesektor werden in diesem Jahr voraussichtlich um 8 Prozent auf 2,4 Billionen Dollar steigen und damit über dem Niveau vor der Pandemie liegen. Der grösste Teil des Anstiegs entfällt auf einen Sprung bei den Ausgaben für saubere und erneuerbare Energiequellen - ein vielversprechendes Zeichen für die weltweiten Bemühungen zur Verringerung der Kohlenstoffemissionen nach Jahren des schwachen Wachstums, so die IEA.

Klimaziele rücken in weite Ferne

In den fünf Jahren nach dem bahnbrechenden Pariser Klimaabkommen von 2015 stiegen die Investitionen in saubere Energien um durchschnittlich 2 Prozent pro Jahr. Seit 2020 sind sie um 12 Prozent gewachsen, ein deutlicher Anstieg, der jedoch noch weit von dem Niveau entfernt sei, das zur Erreichung der Klimaziele erforderlich sei, erklärte die IEA.

Die Ausgaben für saubere Energie werden im Jahr 2022 mehr als 1,4 Billionen US-Dollar betragen und damit weit hinter den rund 2,8 Billionen US-Dollar zurückbleiben, die erforderlich wären, um die aktuellen Klimaziele bis 2030 zu erreichen, und noch weiter hinter den mehr als 4 Billionen US-Dollar, die benötigt werden, um bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen.

Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine sind die Öl- und Gaspreise in die Höhe geschossen. Russland, einer der grössten Erdölexporteure der Welt, wurde von den westlichen Ländern um einen Grossteil seiner Lieferungen gebracht. Durch die Sanktionen sind Millionen von Barrel Öl im Land gestrandet und die Ölgesellschaften waren gezwungen, ihre Bohrungen zu schliessen. Gleichzeitig wurden aufgrund geopolitischer Spannungen die russischen Gaslieferungen nach Europa gedrosselt.

Inflation treibt Wert der Investitionen

Die IEA geht zwar davon aus, dass die Energieinvestitionen in diesem Jahr steigen werden, doch ein Grossteil des Dollarwerts dieser Steigerungen wird durch die Inflation verursacht, die den Bau neuer Energieprojekte verteuert. Fast die Hälfte der zusätzlichen 200 Milliarden Dollar, die in diesem Jahr in Energie investiert werden, wird durch höhere Kosten aufgezehrt. Die hohen Energiepreise waren eine der Hauptursachen für den Anstieg der Preise für Stahl, Aluminium und Zement, für deren Herstellung grosse Mengen an Strom benötigt werden.

Fehlende Investitionen in Metalle und Mineralien, die für viele saubere Energiequellen benötigt werden, stellen eine weitere Herausforderung für die Energiewende dar, so die IEA. Steigende Inputkosten drohten den langjährigen Trend umzukehren, dass grüne Technologien in den letzten Jahren stetig im Preis gesunken sind, erklärte die Agentur. Während die Preise für Elektrofahrzeugbatterien gesunken sind, sind die darin enthaltenen Metalle wie Lithium, Kobalt und Nickel von 5 Prozent der Gesamtkosten vor weniger als zehn Jahren auf mehr als 20 Prozent gestiegen, so die IEA.

Die Investitionen in saubere Energie haben sich stark auf die Industrieländer und China konzentriert, wodurch die Entwicklungsländer zurückblieben und eine globale Kluft drohte. China gab im Jahr 2021 rund 380 Milliarden Dollar für saubere Energie aus, während die Europäische Union 260 Milliarden Dollar und die USA 215 Milliarden Dollar ausgaben. Die Ausgaben für saubere Energie in den Schwellen- und Entwicklungsländern, mit Ausnahme Chinas, bleiben auf dem Niveau von 2015, so die IEA.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/apo/mgo

(END) Dow Jones Newswires

June 22, 2022 01:29 ET (05:29 GMT)


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