24.01.2023 16:00:40

Panetta: EZB sollte Lage im März neu beurteilen

FRANKFURT (Dow Jones)--EZB-Direktor Fabio Panetta hält Aussagen zu einer Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) über Februar hinaus für verfrüht. In einem Interview mit dem Handelsblatt erinnerte der Italiener daran, dass der EZB-Rat beschlossen habe, von Sitzung zu Sitzung zu entscheiden, und eine Entscheidung über den Zinsschritt im März auch erst im März getroffen werden sollte.

"Unsere Dezember-Entscheidungen basierten auf den damals verfügbaren Projektionen. Im März werden wir neue haben und sollten dann die Lage neu beurteilen", sagte Panetta.

In den vergangenen Tagen waren einige EZB-Offizielle einer Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg entgegengetreten, derzufolge im EZB-Rat eine nachlassende Neigung zu einer Anhebung der Leitzinsen um 50 Basispunkte über Februar hinaus zu bemerken sei. Zu ihnen gehörten Präsidentin Christine Lagarde sowie die Ratsmitglieder Francois Villleroy de Galhau und Joachim Nagel.

Andere, wie Grieche Yannis Stournaras und der Italiener Ignacio Visco, hatten diesen Eindruck dagegen bestätigt. Laut dem Protokoll der Ratssitzung vom 14./15. Dezember hatten die "Falken" in dem Gremium einer Zinserhöhung um nur 50 Basispunkte nur unter der Bedingung zugestimmt, dass der Rat zugleich weitere "signifikante und stetige" Zinserhöhungen in Aussicht stellen würde.

Panetta, der als geldpolitische "Taube" gilt, sagte, dass die EZB im März auf Basis des Ausblicks für Wachstum und Inflation sowie der sie umgebenden Risiken entscheiden werde. "Je nachdem, wie diese Einschätzung ausfällt, könnten wir zu dem Schluss kommen, dass eine stärkere oder weniger starke Straffung als die erforderlich ist, die wir im Dezember in Aussicht gestellt hatten."

Panetta sah Anlass für kurzfristig "vorsichtigen Optimismus". Er verwies auf den jüngsten Rückgang der Energiepreise, der stärker als in den Dezember-Projektionen unterstellt ausgefallen sei. Zudem habe der Euro seither gegenüber dem US-Dollar um 6 Prozent aufgewertet, die Finanzierungsbedingungen verschlechtert und die Kreditvergabe verlangsamt. "All diese Elemente werden in den Projektionen vom März eine wichtige Rolle spielen."

Der EZB-Direktor verwies auf die Möglichkeit, dass sich die Inflation auch 2024 und 2025 anders als vom EZB-Stab unterstellt entwickeln könnte. So könne es sein, dass die Kosten der teureren Energieimporte künftig nicht mehr so stark von den Konsumenten, sondern mehr von den Unternehmen getragen würden. Auch sei es möglich, dass die Staaten die finanzielle Entlastung von Haushalten und Unternehmen zielgenauer gestalteten, was deren inflationstreibende Wirkung mindern würde.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/cbr

(END) Dow Jones Newswires

January 24, 2023 10:01 ET (15:01 GMT)


INFLATION: WELTWEIT STEIGEN DIE PREISE

Viele Anleger setzen deshalb auf den Aktiv verwalteten Global Inflation Protection Basket. Informieren Sie sich über die breit gestreute Auswahl an robusten Aktien & ETFs.

Börse aktuell - Live Ticker

Berichtssaison nimmt Fahrt auf: Gewinne an der Wall Street -- SMI schliesst in Rot -- DAX letztlich fester -- Börsen in Japan und Hongkong letztlich uneins

Der heimische Aktienmarkt schloss den Donnerstagshandel unterhalb der Nulllinie ab. Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich letztlich freundlich. Die US-Börsen zeigten sich am Donnerstag fester. In Japan und Hongkong waren unterschiedliche Vorzeichen auszumachen, in Festlandchina wird feiertagsbedingt weiterhin nicht gehandelt.

finanzen.net News

Datum Titel
{{ARTIKEL.NEWS.HEAD.DATUM | date : "HH:mm" }}
{{ARTIKEL.NEWS.BODY.TITEL}}

Nachrichten

  • Nachrichten zu Zinsen
  • Alle Nachrichten
pagehit
Grüezi! Sie wurden auf finanzen.ch, unser Portal für Schweizer Anleger, weitergeleitet.  Zurück geht es hier.