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Überqualifikation im Beruf 27.05.2022 23:01:00

Burnout vs. Boreout: Das können Konsequenzen von Unterforderung bei Arbeitnehmern sein

Burnout vs. Boreout: Das können Konsequenzen von Unterforderung bei Arbeitnehmern sein

Wenn sich Beschäftigte in Berufen wiederfinden, die nicht ihren Qualifikationen entsprechen, kann dies Auswirkungen auf ihre Psyche sowie den weiteren Verlauf ihrer Karriere haben.

Überqualifikation im Berufsalltag

Laut eines Kurzberichts des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg, kurz IAB, sind Arbeitnehmer häufig besser ausgebildet, als es das Aufgabenspektrum ihrer beruflichen Position verlangt. Objektiv betrachtet gelten Beschäftigte dann als überqualifiziert, "wenn der individuelle Berufsabschluss höher ist als das Anforderungsniveau der Tätigkeit", so die Arbeitsmarktexpertin Basha Vicari vom IAB. Arbeiten Personen mit akademischem Abschluss also als Helfer oder Fachkraft, trifft Vicaris Aussage zu. Genauso verhält es sich bei Personen, die einen Berufsschulabschluss innehaben, in ihrem Arbeitsalltag jedoch vorwiegend Helfertätigkeiten ausüben. Laut Vicari seien dabei insbesondere jene Personen benachteiligt, die unfreiwillig in Arbeitssituationen dieser Façon geraten sind, da es hier häufig vorkommen kann, dass das Gefühl auftritt, das Gesamtpotential der individuellen Fähigkeiten nicht gänzlich ausschöpfen zu können.

Warum Unterforderung zu Überforderung führen kann

Wie der stellvertretende Bundesvorsitzende der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung Enno Maass gegenüber den Experten des Nachrichtennetzwerks ntv erklärt, entstehen dann Schwierigkeiten, wenn die Diskrepanzen zwischen den Erwartungen an den Berufsalltag und der Realität sehr gross sind. "Eine Unterforderung kann dazu führen, dass man überfordert ist", erklärt Maass diesbezüglich. Sind Arbeitnehmer also damit überfordert, sich selbst dazu zu motivieren, den Arbeitstag zu bestreiten sowie sich selbst dahingehend zu organisieren, die anfallenden Aufgaben zu erledigen, könnte ein Job-Wechsel durchaus in Betracht gezogen werden. Arbeitnehmer, die zu lange in einer Position angestellt sind, in welcher sie eindeutig unterfordert sind, laufen laut Vicari Gefahr, stigmatisiert zu werden. "Wer lange überqualifiziert beschäftigt ist, sendet an potenzielle Arbeitgeber ein negatives Signal", erklärt die Arbeitsmarktexpertin und referenziert dabei die potenziellen Schwierigkeiten bei der vollumfänglichen Erfüllung von Anforderungen einer adäquaten Job-Position nach Jahren der Unterforderung.

Berufliche Unterforderung und ihre Folgen

Das Thema Überqualifikation im Berufsalltag sowie die daraus häufig resultierende Unterforderung wurden Anfang des 21. Jahrhunderts von Philipp Rothlin und Peter R. Werder in der 2007 erschienenen Publikation "Diagnose Boreout: Warum Unterforderung im Job krank macht " behandelt. Eingeführt wird dabei der Terminus "Boreout", der in Opposition zum bereits bekannten Begriff "Burnout" gestellt wird.

Das sogenannte "Boreout-Syndrom" bezeichnet laut Rothlin und Werder ein Krankheitsbild, dass durch Langeweile, Desinteresse und Unterforderung am Arbeitsplatz verursacht wird. Die Symptome umfassen dabei neben einer anhaltenden Unzufriedenheit auch ständige Müdigkeit sowie den Verlust der Lebensfreude. Typische Folgen sind Schlafstörungen, Depressionen, Ängste oder Suchterkrankungen, wie Bastian Willenborg, Chefarzt der privaten Oberbergklinik Berlin/Brandenburg gegenüber den Experten des Magazins für Wirtschaftsnachrichten WELT erklärt.

Das raten Experten

Innerhalb der Ausführungen zum Thema Unterforderung im Berufsalltag von Enno Maass gegenüber ntv unterstreicht der Psychotherapeut die Wichtigkeit, sich darüber im Klaren zu sein, dass das Finden, Erhalten und Ausüben des "perfekten Jobs" in sich selbst bereits einer Drucksituation entspricht. Er rät, sich im Sinne der geistigen Gesundheit nicht gänzlich über die Auswahl des Berufs oder des Workloads innerhalb dessen zu definieren. Stattdessen sei das Konzept anzuwenden, welches besagt, dass das Leben in seiner Gesamtheit betrachtet werden sollte. "Das [Leben] hat viele Facetten und kann Zufriedenheit bringen, auch ohne einen passenden Job", sagt Maass und unterstreicht dabei noch einmal den negativen Input, den eine Überfokussierung auf einzelne Aspekte mit sich bringen kann.

Inna Warkus / Redaktion finanzen.ch


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