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Ablehnung der Community 15.08.2022 22:32:00

Nach Hackerangriff: So wollte die Blockchain Plattform Harmony die betroffenen Nutzer entschädigen

Nach Hackerangriff: So wollte die Blockchain Plattform Harmony die betroffenen Nutzer entschädigen

Nach dem Hackerangriff auf die Blockchain-Plattform Harmony wollte das Unternehmen zunächst einen ungewöhnlichen Weg gehen, um betroffene Nutzer zu entschädigen - zog seinen Vorschlag aufgrund des Feedbacks der Community jedoch wieder zurück.

• Harmony macht Vorschläge zur Entschädigung der User nach Bridge-Angriff
• Minen von ONE-Token
• User kritisieren inflationären Effekt

Vor rund einem Monat wurde das Blockchain-Unternehmen Harmony, das Blockchains für dezentrale Unternehmen im Finanzsektor entwickelt, Opfer eines Krypto-Scams. Über die Harmony Horizon Bridge griffen Hacker 100 Millionen US-Dollar ab. Diese Brücken wurden von Experten bereits diverse Male für mögliche Sicherheitslücken kritisiert. Niedrigere Sicherheitsstandards, die schnelle Geldtransfers leisten sollen, machen sie zum potenziellen Angriffsziel für Kryptohacker.

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Anleger sollen entschädigt werden

"Der Horizon-Bridge-Vorfall führte zum Verlust digitaler Assets im Wert von 99'340'030,00 US-Dollar in etwa 65'000 Wallets und 14 verschiedenen Asset-Typen", fasste Horizon kürzlich in einem Blogbeitrag zusammen. Eine finanzielle Entschädigung der betroffenen User solle aber auf eine Art und Weise erfolgen, die "für das Projekt machbar und am rentabelsten ist", so das Blockchain-Unternehmen weiter. Die Kapitalrücklagen würden eine sofortige Erstattung nicht möglich machen. Dafür stellte Harmony auf dem Blog zwei Vorschläge vor, wie betroffene Kunden für ihre Verluste entschädigt werden könnten - Voraussetzung für beide Optionen wäre die Durchführung einer Hard Fork und die darauffolgende Ausgabe von ONE-Token, die über einen Zeitraum von drei Jahren erfolgen sollte, gewesen. Harmony-Kunden, hätten die ONE-Token jeweils monatlich zur Verfügung gestellt bekommen, hiess es im Blogbeitrag des Unternehmens weiter.

Zwei Optionen möglich

Option eins sah vor, dass rund 4,97 Milliarden ONE-Token gemint werden, um eine 100 prozentige Erstattung der gestohlenen Kundeneinlagen sichern zu können. Dies entspreche einer monatlichen Emission von 138 Millionen Token über den Zeitraum von drei Jahren, die schrittweise in Umlauf gebracht würden.

In der zweiten Option wären nur 50 Prozent der Kundeneinlagen erstattet worden, hierfür wäre das Minen von 2,48 Milliarden ONE-Token innerhalb von drei Jahren nötig gewesen- monatlich wären bei dieser Option 69 Millionen Token auf den Markt kommen.

Harmony stellte der Community beide Optionen zur Diskussion und erhoffte sich Feedback von den betroffenen Kunden über ihre bevorzugte Erstattungsvariante. Das Blockchain-Unternehmen wies daraufhin hin, dass die Menge der ONE-Token auf Basis ihres US-Dollar-Gegenwertes berechnet wurde, den diese beim Erstellen des Snapshots hatten - die Verteilungen hätte auf dieser Basis erfolgen sollen, nicht aber auf der Grundlage des aktuellen Fiat-Währungswerts.

Starke Userkritik an diesem Vorschlag

Für viele betroffene Kunden waren die beiden von Harmony vorgestellten Optionen aber offenbar nicht der richtige Weg, für ihre Verluste entschädigt zu werden.

"Wenn das passiert, ist das das Ende von ONE und es gibt keine Wiederauferstehung!! Der schlechteste Vorschlag, den ich je gelesen habe.", kommentierte ein Twitter-User.

Auch auf dem Blog von Harmony mehrten sich nach der Ankündigung kritische Stimmen, die insbesondere auf den inflationären Effekt verwiesen, wenn man weiter ONE-Token erschaffe. Der Gründer des Unternehmens, Stephen Tse, sah sich daraufhin zu einer Stellungnahme veranlasst: "Vielen Dank für eure Kommentare und Vorschläge. Ich habe all eure Nachrichten von oben nach unten gelesen und mich mit dem Team getroffen, um darüber zu sprechen. Wir verstehen eure Bedenken und wir kehren zum Reissbrett zurück. Aus den obigen Vorschlägen und Rückmeldungen erstellen wir zusätzliche Vorschläge und Möglichkeiten für alle, sich an dem Prozess zu beteiligen", so der Blockchain-Experte. Er verstehe die Frustration, die sich aus dem aktuellen Vorschlag ergebe und kündigte neue Schritte an, die "hoffentlich mehr Optionen und Klarheit für die Diskussion in der Community bringen".

Am 10. August erklärte Harmony schliesslich, seinen Vorschlag aufgrund des Feedbacks der Community zurückgezogen zu haben. "Ein neuer Community-getriebener Vorschlag wird ausgearbeitet, an dem Mitglieder mit TradFi-Hintergrund, DeFi-Builder und Community-Moderatoren beteiligt sind.", so das Unternehmen.

Redaktion finanzen.ch


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