| DRAM-Produzent |
05.08.2026 04:31:00
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China-Tech nach dem CXMT-Beben: Comeback oder Strohfeuer?
Es war der spektakulärste Börsengang Asiens in diesem Jahr: Der Speicherchip-Hersteller CXMT, früher als ChangXin Memory Technologies bekannt, sprang bei seinem Debüt am 27. Juli in Shanghai um 466 Prozent nach oben, die Marktkapitalisierung kletterte auf umgerechnet rund 488 Mrd. Dollar.
Der Börsengang ist mehr als eine Einzelgeschichte, er steht für Chinas grosse Ambition, technologisch zum Westen aufzuschliessen und sich von westlicher Hochtechnologie unabhängig zu machen. Seit Jahren verschärfen die USA und ihre Verbündeten die Exportkontrollen für Chips und Fertigungsanlagen, Peking antwortet mit einem Kraftakt aus Staatskapital. Der sogenannte Big Fund pumpt Milliarden in heimische Zulieferer, und die Fortschritte sind sichtbar. Zugleich stützt der Staat den Aktienmarkt direkt: Nach Angaben von Bloomberg Economics griffen staatsnahe Fonds zuletzt breit ein, um den Techsektor zu stabilisieren.
Doch der Rummel hat zwei Seiten. Bei CXMT waren nur knapp 6.7 Prozent des Kapitals frei handelbar, der schmale Streubesitz verstärkt die Kursausschläge, und Fondsmanager warnen offen vor Spekulation. Wer nicht in Einzeltitel investieren kann oder will, findet über ETFs einen breiter gestreuten Zugang. Drei Bausteine mit unterschiedlichem Zuschnitt stellen wir vor, von der Gesamtmarkt-Referenz bis zum Onshore-Innovationssegment.
Als Basis dient der iShares MSCI China UCITS ETF USD (Acc). Mit rund 2'117 Mio. Fr. Volumen und einer TER von 0.28 Prozent ist er der grösste und günstigste Vertreter auf den breiten MSCI China. Der physisch replizierende, thesaurierende Fonds hält über 580 Titel, angeführt von Tencent (13.1 Prozent) und Alibaba (10.1 Prozent), gefolgt von der China Construction Bank und Xiaomi. Auffällig ist der hohe Anteil an Finanzdienstleistern und Telekommunikation, weshalb dieser ETF eher den Gesamtmarkt als das Tech-Thema abbildet und als Depotanker taugt. Rund 90 Prozent des Portfolios entfallen auf Festlandchina und Hongkong.
Deutlich fokussierter agiert der iShares MSCI China Tech UCITS ETF USD (Acc). Der 1'782 Mio. Fr. schwere, ESG-gefilterte Fonds kostet 0.45 Prozent pro Jahr und konzentriert sich mit einem Technologieanteil von gut 40 Prozent klar auf den Sektor; Telekommunikation und Nicht-Basiskonsumgüter runden das Profil ab. Zu den grössten Positionen zählen NetEase, Tencent und Xiaomi, jeweils mit Gewichten um 7 Prozent. Die Streuung über 172 Titel dämpft Einzelrisiken, dennoch fiel der Kurs in Franken seit Jahresbeginn um 4.8 Prozent; über drei Jahre ergibt sich dennoch ein Zuwachs von 20.5 Prozent.
Am nächsten am CXMT-Motiv liegt der Invesco ChiNext 50 UCITS ETF. Er bildet die 50 grössten Werte des Shenzhener Innovationssegments ab, also festlandchinesische A-Aktien mit hohem Halbleiter- und Hardwaregewicht. Technologie und Industrie machen zusammen über 80 Prozent aus, an der Spitze stehen der Glasfaserspezialist Zhongji Innolight und der Batteriehersteller CATL. Der 193 Mio. Fr. grosse Fonds startete erst im Juni 2024 und gehört mit einer jährlichen Gesamtkostenquote von 0.49 Prozent auch nicht zu den günstigsten. Die Einjahresvolatilität von 36.75 Prozent zeigt den deutlich spekulativeren Charakter.
Fazit: Chinas Aufholjagd bei Chips und KI ist real, und der Staat stützt sie aus seinen tiefen Taschen. Für Anlegerinnen und Anleger heisst das aber nicht, blind auf den CXMT-Zug aufzuspringen. Wer das Thema abbilden will, kann die drei ETFs als Bausteine mit steigendem Risiko kombinieren: den breiten MSCI China als Basis, den Tech-Fonds als Verstärker, den ChiNext 50 als spekulative Beimischung. Kursschwankungen von 30 Prozent und mehr sind einzuplanen. Wer diese Nerven nicht hat, wartet einen ruhigeren Einstieg ab.
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