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Die goldene Stunde 15.11.2023 11:28:11

«Sinken die Zinsen, wird der Goldpreis beflügelt»

Kolumne

Um die weltweite Inflation auszubremsen, haben die Notenbanken dieses Jahr rekordhohe Zinserhöhung vorgenommen. Wie Christian Brenner, Geschäftsführer des Edelmetallhändlers philoro SCHWEIZ, im Interview sagt, hat sich der Goldpreis angesichts der steigenden Zinsen erstaunlich gut gehalten.

Brenner sieht mehrere Gründe dafür, dass sich die wirtschaftliche Gesamtlage im nächsten Jahr stark verschlechtern könnte. Damit müssten die Zentralbanken die Zinsen senken, was den Goldpreis zu einem neuen Allzeithoch bewegen könnte.

Als Folge der weltweiten Inflation haben die Zentralbanken mehrmals in Folge die Zinsen erhöht. Wie hat sich das auf den Goldpreis ausgewirkt? Steigende Zinsen sind bekanntlich der Feind des Goldes.

Gemessen an der Tatsache, dass vor allem die US-Notenbank Fed rekordhohe Zinserhöhungen vorgenommen hat, hat sich der Goldpreis erstaunlich gut gehalten. Ende März hatte eine Unze Gold sogar über 1'800 Franken wert. Im Jahresrückblick betrug die Performance über 4 Prozent. Nachdem die Preiskurve gegen den Sommer hin etwas sank, sorgte der Nahost-Konflikt nun wieder für einen rasanten Anstieg des Goldpreises. Im Jahresrückblick beträgt resultiert eine Performance von immerhin 4 Prozent im Plus. Und so wie die Zeichen stehen, deutet alles darauf hin, dass sich Gold als krisensichere Anlage weiterhin behauptet.

Angesichts der stark gestiegenen Zinsen hat
sich der Goldpreis erstaunlich gut gehalten.

Konnten die Zentralbanken mit ihrer Zinspolitik die Inflation ausbremsen? Ist das Schlimmste bereits überstanden?

Die Zentralbanken hatten auf die sich anbahnende Inflation zu spät reagiert und mussten umso härter eingreifen. Nachdem die Märkte lange Zeit durch Niedrigzinsen mit Geld geflutet wurden, folgte die rigorose Umkehr. Jetzt zeigt sich, welche Unternehmen nur dank den niedrigen Zinsen überleben konnten und welche fundamental auf eigenen Beinen stehen. Mit der konjunkturellen Abschwächung und der gleichzeitigen Inflation herrscht ein geldpolitisches Trilemma: Preisstabilität versus Finanzmarktstabilität versus Konjunkturstützung. Die Notenbanken befinden sich in der Zwickmühle. Experten wie die Autoren des bekannten Reports «In Gold We Trust» gehen davon aus, dass die Inflation in einzelnen Phasen weitergehen wird.

Aus Sicht von Christian Brenner von philoro könnte sich die Situation der Weltwirtschaft im nächsten Jahr verschlechtern und der Goldpreis ein Allzeithoch erklimmen.

Philoro hat gemeinsam mit der Universität St. Gallen kürzlich eine umfassende Studie zum Thema Altgold durchgeführt. Verkaufen die Leute angesichts der anhaltenden Teuerung vermehrt ihr Altgold, um an Geld zu kommen?

In der Befragung von 2'633 Erwachsenen aus allen Sprachregionen der Schweiz zeigte sich, dass der Hauptgrund für den Verkauf von Goldschmuck die Überbrückung eines finanziellen Engpasses ist. Die Befragten nannten am häufigsten das «schnelle Geld» (35%), gefolgt von der Absicht, neuen Schmuck zu kaufen (15%) und dem Sparen für die Ferien (12%). Geld für eine Auto oder den Kauf Aktien oder einer Kapitalanlage machen bei den Verkaufsgründen nur je 9 Prozent aus. Bei philoro haben wir dieses Jahr im Bereich Altgold-Ankauf eine markante Umsatzzunahme wahrgenommen. Das ist eindeutig der aktuellen Teuerung geschuldet. Sie ist zwar in der Schweiz nicht ganz so ausgeprägt wie in vielen anderen Ländern, doch auch hierzulande schauen die Leute mehr auf das Portmonee und benötigen wieder mehr Liquidität.

Welche Auswirkungen haben die geopolitischen Unruhen auf den Goldpreis?

Kriege, Konflikte und andere Unruhen sorgen immer dafür, dass die Anleger beim Gold den sicheren Hafen suchen. Auch beim jüngsten Ausbruch des Nahost-Konflikts ist der Goldpreis sofort in die Höhe geschnellt. Es gibt mehrere Anzeichen dafür, dass die geopolitischen Spannungen zunehmen. Die Beziehungen zwischen den weltpolitischen Machtzentren sind zunehmend strapaziert. Es kommt zum Showdown zwischen dem «kollektivem Westen» mit den USA als unangefochtene Führungsmacht auf der einen Seite sowie China, Russland und der sich um diese beiden Schwergewichte formende Block auf der anderen Seite. Das Konglomerat der BRICS-Staaten will wachsen und sich vom US-Dollar als Weltwährung abkoppeln. Deshalb haben die Zentralbanken der BRICS-Staaten ihre Gold-Reserven massiv aufgestockt. Zu diesem Trend beigetragen haben die Sanktionen gegen Russland seit Ausbruch des Ukraine-Krieges.

Die Beziehungen zwischen den weltpolitischen
Machtzentren sind zunehmend strapaziert.

Was sind Ihre Prognosen für die Entwicklung des Goldpreises im nächsten Jahr?

Weil der Goldpreis seit dem Ausbruch des Nahost-Konflikts rasant gestiegen ist, dürfte die Nachfrage nach Gold-Produkten wieder stärker zunehmen. Die gute Lage am Arbeitsmarkt und die anhaltende Nachfrage im privaten Konsum haben sich in der Schweiz zu einer Stütze der ansonsten schwächelnden Wirtschaft entwickelt. Allerdings wird befürchtet, dass sich 2024 die Situation auf dem Arbeitsmarkt eintrübt und die Konsumnachfrage nachlässt. Vor allem in den USA könnten die Arbeitslosigkeit im nächsten Jahr zunehmen. Verschlechtert sich die wirtschaftliche Gesamtlage, sind die Notenbanken gezwungen, die Zinsen zu senken, was umgekehrt den Goldpreis beflügelt. Die rekordhohen Gold-Käufe vieler Nationalbanken stärken den Goldpreis zusätzlich. Die geopolitischen Unruhen gepaart mit der wirtschaftlich angespannten Lage sorgen für ein Umfeld, das den Goldpreis im nächsten Jahr zu einem neuen Allzeithoch bewegen könnte.

Zum Interviewpartner

Christian Brenner, Geschäftsführer philoro SCHWEIZ AG
Christian Brenner hat Publizistik und Kommunikationswissenschaften studiert und ist seit 2017 Geschäftsführer des inhabergeführten Familienunternehmens philoro sowie Verwaltungsrat der philoro Global Trading, der philoro North America und der philoro International Holding. Zuvor hatte er 2011 bis 2019 als Geschäftsführer der philoro EDELMETALLE GmbH in Deutschland agiert. Er ist zudem als Gastdozent an der Universität St. Gallen (HSG) tätig und Mitglied mehrerer Handelsausschüsse der IHK.

Wiener Ball in St. Gallen mit weltbekanntem Opern-Star

Am Samstag, 20. Januar 2024 steigt im Einstein Congress in St. Gallen der traditionelle Wiener Ball. An diesem Event-Highlight taucht man eine Nacht lang ein in den Glanz der Wiener Hofgesellschaft und tanzt zu den Klängen der Big Band im Ballsaal, der Tanzmusik im Salon oder zu Wunschmusik des DJ im Bar-Bereich. Die renommierte Einstein-Küchencrew verwöhnt die Gäste am reichhaltigen Buffet mit exquisiten österreichischen Spezialitäten.

Der Wiener Ball 2024 wird mit Natalia Ushakova durch einen Opern-Star der Extraklasse bereichert. Ushakova brillierte auf Weltbühnen wie der Metropolitan Opera in New York, am Royal Opera House in London oder der Wiener Staatsoper und begeisterte weltweit in Aufführungen wie La Bohème, Tosca, Madame Butterfly, La Triviata, Otello, Aida oder Mozarts Zauberflöte. Nun bereitet die erfolgreiche Opernsängerin auf Einladung von philoro der Stadt St. Gallen an der glanzvollen Ball-Nacht im Einstein die Ehre. Wer dabei ist, darf sich auf ihre wundervolle Stimme und eine Darbietung der Extraklasse freuen!

Tickets und mehr Informationen unter https://wienerball.ch


Bildquelle: Philoro

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