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Die goldene Stunde 20.09.2023 09:00:00

Was passiert, wenn das Gold ausgeht?

Kolumne

Rein theoretisch wird es irgendwann einen Tag geben, an dem wir die letzte Unze Gold aus dem Boden holen. Und dann? Was machen die Bergleute? Was macht der Goldpreis? Und welche politischen Auswirkungen kann das haben? Ein Gedankenexperiment zur Endlichkeit des gelben Edelmetalls.

Seit 2013 werden in den Goldminen weltweit pro Jahr über 3‘000 Tonnen Gold abgebaut. Gleichzeitig schätzt das US Geological Survey, dass noch 56‘000 Tonnen förderbares Gold in der Erde liegt. Es gibt zwar noch weitere Goldvorkommen, doch können diese zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht profitabel gefördert werden. Arbeiten die Goldminen im bisherigen Tempo weiter, könnte also sein, dass in 15 bis 20 Jahren kein neues Gold mehr aus dem Boden gewonnen werden kann. Die Auswirkungen dieser Ausnahmesituation sind weitreichend.

Die Minenarbeiter und viele weitere angegliederte Berufsleute, die im Goldabbau tätig waren, stünden plötzlich ohne Arbeit da. Ein Ende der Minenarbeit würde nicht nur Arbeitsplätze verschwinden lassen, sondern auch zu Steuerausfällen in all jenen Ländern führen, in denen lange Zeit erfolgreich Gold gefördert worden war. Goldpreis würde aufgrund der Knappheit stetig zunehmen

Wenn die Verfügbarkeit von Gold seine Endlichkeit erreicht hat, kann sich auch die Rolle von Gold drastisch ändern. Gold könnte ab dann seine Rolle als perfekte Währung auch tatsächlich perfekt erfüllen. Ähnlich wie beim Bitcoin, der irgendwann nicht mehr neu herausgegeben wird, wäre auch die Menge von Gold nicht mehr steigerbar. Gold wäre dann als Währung perfekt geschützt vor Inflation. Es ist anzunehmen, dass der Goldpreis gar nicht mehr sinken wird, sondern aufgrund des endlichen Angebots laufend zunehmen wird.

Mit dem Tag der letzten Unze erhält das Recycling von Gold nochmals einen besonders hohen Stellenwert. Steigt der Wert von Gold massiv, lohnt sich unter Umständen auch das Recycling von Gold, das in technischen Geräten eigentlich nur in sehr kleinen Mengen vorkommt.

Erhöhtes Risiko für politische Spannungen wegen Gold

Die begrenzte Verfügbarkeit von Gold könnte auch Auswirkungen auf das politische Kräfteverhältnis haben. Denn diejenigen Länder, die viel Gold haben, profitieren von der Situation. Gold könnte damit auch der Grund für politische Spannungen werden.

Weitere Details dazu, welche Folgen der Tag der letzten Unze haben könnte, erfahren Sie im philoro-Video mit Jochen Staiger von der Swiss Resource Capital AG.

In diesem Zusammenhang kommt mir ein Zitat aus dem Film mit Keanu Reeves «Der Tag, an dem die Erde stillstand» in den Sinn: «Erst wenn der Mensch unmittelbar vor seinem Abgrund steht, entwickelt er sich weiter.»

Ich wünsche Ihnen, dass Sie in dieser Woche die Gelegenheit erhalten, sich persönlich weiterzuentwickeln und an der besten Version Ihrer selbst zu arbeiten!

Mit goldenen Grüssen
Ihr Christian Brenner Christian Brenner, Geschäftsführer philoro SCHWEIZ AG

Zum Autor

Christian Brenner, Geschäftsführer philoro SCHWEIZ AG
Christian Brenner hat Publizistik und Kommunikationswissenschaften studiert und ist seit 2017 Geschäftsführer des inhabergeführten Familienunternehmens philoro sowie Verwaltungsrat der philoro Global Trading, der philoro North America und der philoro International Holding. Zuvor hatte er 2011 bis 2019 als Geschäftsführer der philoro EDELMETALLE GmbH in Deutschland agiert. Er ist zudem als Gastdozent an der Universität St. Gallen (HSG) tätig und Mitglied mehrerer Handelsausschüsse der IHK.

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