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Viele Herausforderungen 05.05.2022 17:52:00

Swiss Re-Aktie schlussendlich leichter: Swiss Re startet mit grossem Verlust ins Jahr

Swiss Re-Aktie schlussendlich leichter: Swiss Re startet mit grossem Verlust ins Jahr

Der Rückversicherer Swiss Re ist mit einem grossen Verlust ins Jahr 2022 gestartet.

Im ersten Quartal drückten weitere Kosten zur Corona-Pandemie, mehrere Naturkatastrophen sowie Rückstellungen zum Ukraine-Konflikt auf das Ergebnis von Swiss Re. An den fürs Gesamtjahr gesetzten Zielen hält der Schweizer Konzern dennoch fest.

Am Ende verblieb nach drei Monaten unter dem Strich ein Minus von 248 Million US-Dollar nach einem Gewinn im Jahr davor von 333 Millionen, wie Swiss Re am Donnerstag mitteilte. Damit schloss der die Gruppe schlechter ab als von Analysten erwartet. Die Nettoprämien steigerte Swiss Re im Startquartal aber um 4 Prozent auf 10,6 Milliarden Dollar.

Vorsorgliche Ukraine-Rückstellungen

Die Gründe für das schwache Ergebnis sind vielfältig: So rechnet Swiss Re zu mehreren Naturkatastrophen in den USA, Europa oder in Australien mit Kosten in Höhe von 524 Millionen Dollar und zur Corona-Pandemie wird eine weitere Belastung von 515 Millionen erwartet.

Unklar ist, wieviel die Versicherungsbranche zu Schäden im Ukraine-Krieg schultern muss. Swiss Re bildete in diesem Zusammenhang im Startquartal vorsorglich Rückstellung in Höhe von 283 Millionen Dollar.

Der Einmarsch Russlands in die Ukraine sei ein Schock gewesen, wird Konzernchef Christian Mumenthaler in der Mitteilung zitiert. "Obwohl die Situation in der Ukraine nach wie vor höchst ungewiss ist und wir nicht glauben, dass wir überdurchschnittlich exponiert sind, haben wir beschlossen, proaktiv und umsichtig Rückstellungen zu bilden."

Verlust in Lebensparte

In der Sachrückversicherung (P&C Re) verschlechterte sich aufgrund der erhöhten Katastrophenlast und den Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg der Schaden-Kosten-Satz um 2,7 Prozentpunkte auf 99,3 Prozent. Ein Wert über 100 Prozent zeigt an, dass mit dem operativen Geschäft rote Zahlen geschrieben werden.

Trotz diverser Belastungen verblieb im ersten Quartal im P&C Re-Geschäft ein kleiner Gewinn von 85 Millionen Dollar nach 481 Millionen im letzten Jahr. Zugleich kletterten die Nettoprämien in der Sparte getragen von anhaltenden Preissteigerungen um knapp 6 Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar.

Im zweitgrössten Standbein, der Lebensrückversicherung (L&H Re), führten die nach wie vor hohen Corona-Sterberaten insbesondere in den USA zu einem Verlust von 230 Millionen Dollar nach einem Minus von 193 Millionen im Jahr davor. Die Prämieneinnahmen gingen derweil leicht um knapp 2 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar zurück.

Im Erstversicherungsteil Corporate Solutions verblieb unter dem Strich ein gegenüber dem Vorjahr nur leicht geringerer Gewinn von 81 Millionen Dollar, dies trotz Rückstellungen von 129 Millionen zum Ukraine-Krieg. Das zeige, dass das disziplinierte Schreiben von Neugeschäft und das strikte Kostenmanagement Früchte tragen.

Ziele bekräftigt

Das erste Quartal sei aber insgesamt ein schwieriges gewesen, hält Mumenthaler fest. Dennoch konzentriere man sich weiterhin darauf, die Finanzziele im Gesamtjahr zu erreichen. Im Fokus steht dabei eine Eigenkapitalrendite von 10 Prozent, die im Startquartal bei -4,6 Prozent lag. Und im Lebengeschäft will Swiss Re im Jahr 2022 einen Gewinn von rund 300 Millionen Dollar erreichen.

Positiv entwickelt sich das Neugeschäft der Swiss Re. In der April-Runde seien in der P&C-Re-Sparte Verträge mit einem Prämienvolumen von 2,4 Milliarden Dollar erneuert worden, heisst es. Damit nahm das Volumen im Vergleich zum Geschäft, das zur Erneuerung anstand, um 15 Prozent zu. Seit Jahresbeginn beträgt der Zuwachs 8 Prozent und die Preise erhöhten sich um 3 Prozent.

Erste Analysteneinschätzungen zu den Zahlen

Die Swiss Re habe sich im ersten Quartal in einem äusserst schwierigen Geschäftsumfeld ziemlich gut aus der Affäre gezogen, ist in Analystenkommentaren zu lesen. Die Ergebnisentwicklung sei zwar aufgrund umfangreicher Belastungen unvorteilhaft, insgesamt seien die Resultate aber nicht so schlecht ausgefallen, wie am Markt befürchtet worden war, schreibt Georg Marti von der ZKB.

Vor allem zum Ukraine-Krieg hatten die Auguren mit höheren Rückstellungen gerechnet. Gleichzeitig belasteten aber die Kosten zu Naturkatastrophen und im Zusammenhang mit den hohen Corona-Sterberaten zu Jahresbeginn in den USA das Ergebnis stärker als erwartet.

Um die Katastrophen- und Covid-Belastungen bereinigt könne sich das Ergebnis von Swiss Re sehen lassen, findet zudem Vontobel-Analyst Simon Fössmeier. Er sieht zudem von den steigenden Zinsen positive Impulse für den Rückversicherer ausgehen.

Während die Quartalsergebnisse durchzogen ausgefallen sind, kann Swiss Re mit den Angaben zur Erneuerungsrunde im April punkten. Der nach wie vor robuste Preisanstieg und das Volumenwachstum im April werten etwa die Jefferies-Analysten als positives Zeichen.

Die Swiss Re-Aktie zeigte sich nach den Quartalszahlen trotz des starken Gesamtmarktes leichter. Die Papiere des Versicherungsunternehmens sanken in Zürich bis Handelsende um 3,24 Prozent auf 77,74 Schweizer Franken. Zürich (awp)

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Bildquelle: Swiss Re,Keystone