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Geändert am: 28.02.2025 12:20:21

Vor US-Inflationsdaten: SMI um Nulllinie -- DAX reduziert Verluste -- Asiatische Indizes knicken ein

Der heimische Aktienmarkt kämpft sich vor dem Wochenende an die Nulllinie heran, während sich der deutsche Leitindex weiter leicht im Minus bewegt. Am Freitag zeigten sich die wichtigsten Börsen in Fernost tiefrot.

SCHWEIZ

Der Schweizer Aktienmarkt reduziert seine anfänglichen Verluste im Freitagshandel.

Der SMI verbuchte zur Eröffnung einen Verlust in Höhe von 0,34 Prozent auf 12'914,25 Punkte und bewegt sich nun um die Nulllinie.

Auch die Nebenwerteindizes SPI und SLI notieren momentan um ihren Vortagesschlusskurs. Zum Handelsstart hatte der SPI 0,40 Prozent auf 17'041,76 Zähler verloren, der SLI war anfangs um 0,38 Prozent auf 2'099,41 Einheiten abgerutscht.

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich zum Wochenschluss bei ansprechenden Umsätzen wenig verändert, nachdem der Leitindex SMI im Verlauf die anfänglichen Verluste eingrenzen konnte - und dies obwohl US-Präsident Donald Trump die Märkte einmal mehr mit seinen Zolldrohungen verunsichert hat. Demnach sollen die zunächst aufgeschobenen Zölle gegen Mexiko und Kanada nun doch zum 4. März in Kraft treten. Auch die verschärften Zölle gegen China sollen dann eingeführt werden, sollte es nicht doch noch eine Einigung geben.

"Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass die Märkte volatiler geworden sind", sagt ein Händler. Die US-Handels- und Geopolitik werde noch öfters für Kursausschläge sorgen. Dabei, so scheine es, schichteten die Investoren nun aus risikoreicheren Sektoren wie dem Bitcoin oder US-Technologiewerten in risikoärmere Anlagen um. Damit sollten sich defensivere Märkte wie die Schweiz eigentlich besser schlagen, meint ein Händler. Zudem seien die Marktteilnehmer bei den Unternehmensergebnissen konsequent. "Wenn die Zahlen durchfallen, gilt dies nachher auch für die Aktienkurse".

Am Nachmittag dürften US-Daten Beachtung finden. Dabei steht angesichts der wegen der Zollsorgen angeheizten Inflationsängste vor allem der PCE-Deflator im Mittelpunkt. Denn dies ist das vom Fed bevorzugte Inflationsmass.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Leitindex kann seine Verluste am Freitag eingrenzen.

Der DAX fiel zum Handelsstart um 0,63 Prozent auf 22'409,25 Punkte, kann seine Verluste dann jedoch reduzieren und liegt nun nur noch leicht im Minus.

Schwache Vorgaben von den Übersee-Börsen erhalten am Freitag den Druck auf den DAX aufrecht gehalten. Wieder entfachte Zollsorgen und eine weltweit trübe Börsenstimmung prägen das Bild. In Asien standen die Märkte am Morgen unter Druck und folgten den tags zuvor schwachen US-Aktienmärkten. US-Präsident Donald Trump hatte Zölle gegen China, Kanada und Mexiko in der kommenden Woche angekündigt.

Die US-Aussenhandelspolitik gestalte sich zunehmend unberechenbarer und das mache den Investoren das Leben schwer, sagte Marktexperte Andreas Lipkow. Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners versuchte die Kursverluste hierzulande zu relativieren: "DAX & Co können sich der aktuellen Verkaufswelle zwar nicht entziehen. Im internationalen Vergleich sind die europäischen Märkte aber aktuell so etwas wie der Fels in der Brandung."

Am Nachmittag ziehen die Verbraucherpreise für Deutschland sowie in den USA der PCE-Preisindex für persönliche Konsumausgaben die Aufmerksamkeit auf sich. Der PCE-Index ist das bevorzugte Preismass der US-Notenbank Fed und wird daher an den Finanzmärkten stark beachtet. Eine deutliche Abkühlung des Preisdrucks in den USA zeichne sich nicht ab, hiess es von der Helaba. Mit einem Zinslockerungsschritt rechne man am Markt nicht vor Jahresmitte und an dieser Einschätzung werde sich heute kaum etwas ändern. Bei der EZB rechnen Marktteilnehmer hingegen bereits in der kommenden Woche mit einer Zinssenkung.

WALL STREET

Die US-Börsen notierten am Donnerstag schwächer.

Der Dow Jones startete höher, rutscht im Späthandel jedoch in die Verlustzone und beendete den Tag 0,45 Prozent niedriger bei 43'239,19 Punkten.
Der Techwerteindex NASDAQ Composite eröffnete fester, fiel schon kurz darauf jedoch ins Minus. Sein Schlussstand: 18'544,42 Stellen (-2,78 Prozent).

Die unerwartet guten Quartalsergebnisse von NVIDIA sorgten für Erleichterung und drängen die neusten Zoll-Drohungen von US-Präsident Trump etwas in den Hintergrund. Dieser hat für Produkte aus der Europäischen Union Zölle in Höhe von 25 Prozent angekündigt und der EU gleichzeitig Abzocke vorgeworfen.

NVIDIA hat Umsatz und Gewinn im vierten Geschäftsquartal dank der ungebrochenen Nachfrage nach Chips für KI-Anwendungen kräftig gesteigert. Der US-Konzern übertraf dabei die Erwartungen der Analysten. Für das laufende erste Geschäftsquartal stellt das Unternehmen einen Umsatz von 43 Milliarden Dollar, plus oder minus 2 Prozent, in Aussicht. Die Konsensschätzung von Analysten lautet bislang auf 42 Milliarden Dollar.

Nun richten sich die Augen verstärkt auf die Veröffentlichung des PCE-Deflator am Freitag, dem bevorzugten Inflationsmass der US-Notenbank. Dieser könnte Hinweise über den weiteren Zinskurs der Fed liefern, auch wenn diese zuletzt betont hatte, zuerst die Auswirkungen der Handelspolitik der Trump-Regierung abzuwarten.

ASIEN

Die Börsen in Fernost fielen am Freitag deutlich.

In Japan tauchte der Nikkei 225 bis zum Handelsende um 2,88 Prozent auf 37'155,50 Punkte ab.

Auf dem chinesischen Festland ging der Shanghai Composite um 1,98 Prozent tiefer bei 3'320,90 Stellen ins Wochenende.

Der Hang Seng in Hongkong sackt schloss mit einem Verlust von 3,18 Prozent bei 22'941,32 Zählern.

Im Sog der kräftigen Verluste an der Wall Street vom Donnerstag, ging es am Freitag an den Börsen in Asien steil abwärts. Auslöser waren erneut Zolldrohungen bzw. -ankündigungen seitens der USA. Präsident Trump sagte, dass die Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Importe aus Kanada und Mexiko am 4. März in Kraft treten werden. An den Märkten in Ostasien wog aber besonders die Ankündigung schwer, einen zusätzlichen Zoll von 10 Prozent gegen China zu planen, der ebenfalls am 4. März in Kraft treten könnte. Dieser käme zu den 10-prozentigen Zöllen auf Einfuhren aus China noch hinzu, die am 4. Februar in Kraft traten.

Die zusätzlichen Zölle von 20 Prozent auf China könnten das reale BIP-Wachstum Chinas um schätzungsweise 0,46 Prozentpunkte dämpfen, kommentierte Ökonom Samuel Tse von DBS. "Auch wenn man davon ausgeht, dass die Auswirkungen überschaubar sind, könnten die anhaltenden Handelsspannungen Peking dazu veranlassen, die Stimulierungsmassnahmen zu verstärken", so der Wirtschaftsexperte weiter. Mit einer "proaktiveren" fiskalischen Haltung werde Peking wahrscheinlich das Ziel des Haushaltsdefizits von 3,8 Prozent des BIP auf 4 bis 5 Prozent anheben.

Analyst Michael Wan von MUFG erklärte zu den Zöllen, dass die indirekten Lieferkettenkanäle zwischen asiatischen Ländern und Mexiko seit 2017 zugenommen hätten, weshalb sich die Zölle gegen Mexiko auf die Lieferketten für den Chip- und Automobilsektor auswirken dürften.

Abseits der Zollthematik hiess es an den chinesischen Börsen, dass die Anleger aus teuren Technologieaktien umschichteten in sogenannte Value-Werte, nachdem Technologieaktien im vergangenen Monat dank des Durchbruchs des einheimischen KI-Startups Deepseek stark zugelegt hätten.
In Japan waren ausserdem neue Preisdaten im Rahmen der Erwartung ausgefallen und dürften die japanische Notenbank nicht von deren aktuellem Zinserhöhungskurs abbringen.

Redaktion finanzen.ch / awp / Dow Jones Newswires


Bildquelle: Keystone, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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28.02.25 Tokio CPI ex. Nahrungsmittel und Energie (Jahr)
28.02.25 Tokio Verbraucherpreisindex (Jahr)
28.02.25 Tokio CPI ex. frische Nahrungsmittel (Jahr)
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28.02.25 Industrieproduktion (Monat)
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